Dèjeuner Amical beim Huberwirt Lex am 21. Juni 2026
ein Bericht von Erich J. Vargas, Vice Chargé des Missions. Bilder von Erich J. Vargas und Rolando Cretti, Chevalier.
Der Genussmensch fährt auf´s Land.
Geht man draußen vor der großen Stadt, also in der Provinz, zum Essen, geht man im Allgemeinen ins Wirtshaus. Und das noch an einem Sonntag zum Mittagstisch, liegt es nahe, es gibt einen sauberen Schweinsbraten mit Knödeln, Biersoße und Sauerkraut. Klischees bringt man nicht gänzlich aus der Welt. Wobei ein Brat`l aus dem Ofen, nach wie vor immer noch was echt Gutes ist.
Das Wirtshaus wie wir wissen, ist Geschichte, längst hat der Landgasthof übernommen. Und so einen führt unser Chaine Mitglied Fabian Lex mit seiner Partnerin Lea und den Eltern, mit dem „Huberwirt“ in Unterdietfurt. Der Ort liegt idyllisch im Rottal, mitten in Niederbayern.
Fabian Lex hat sich ein Menü mit Schätzen aus der Region ausgedacht und seine Partnerin und Sommelier Lea, passend dazu die Weinbegleitung.
Es war der bisher heißeste Sonntag des Jahres. Die angedachte, sommerliche gedeckte Tafel unter Sonnensegeln im Innenhof des stilvoll ausgebauten Vierseithof wurde kurzerhand in den Gewölbekeller verlegt. Der Empfang blieb jedoch im Freien. Der Service hat im Innenhof, der auch zugleich ein Biergarten ist, die Stehtische für unseren Empfang weiß gedeckt und darauf die ersten Köstlichkeiten, wie Paprika Croustade gefüllt mit Kalbstatar, gefüllte Zucchiniblüte mit Ricotta Käse von der Biokäserei in Johannesbrunn, gebacken und eine Gemüsequiche mit Champignons in Zitronengel, angerichtet. Dazu wahlweise ein Cremant D´Alsace Andrè Stenz, Fruchtsecco Van Nahmen und klassisch ein Stiegl Perlage.
Die schmackhaften Snacks, die sich der Küchenchef überlegt hat, waren eine echte Gaumenfreude. Die Gesellschaft war sichtlich schwer wegzuloben. Es fehlte nur die Warnung, rechtzeitig aufzuhören, da es noch mehr geben sollte. Überzeugt zum Ortswechsel hat dann doch der vielversprechende, kühlere Gewölbekeller.
Die Tischgesellschaft wurde im Gewölbe mit einer langen, in weiß gedeckter Tafel empfangen. Ein vielversprechender Auftakt für das Dèjeuner Amical. Ganz anders als gewohnt, wurde die Vorspeise nicht einzeln serviert, sondern als „Share“. Das hatte man auch schon früher im Wirtshaus als noch angerichtete Teller für alle „reingestellt“ wurden. Allerdings sicher nicht in einer solchen kulinarischen Auswahl und, frisch zubereiteten Köstlichkeiten, wie Beeftartar, ein Tartar von Rauchforelle in Sauerrahm und Wasabi, kalter Braten und Ziegenkäse gratiniert.
Dazu die Stiegl Perlage.
Was wäre ein Mittagsessen ohne Suppe? Aber im zweiten Gang nur von einer Suppe zu sprechen, ist sicher nicht angebracht. Die Röstzwiebelconsommè mit Brätstrudel als Einlage und Kerbelöl haben auch den letzten Suppenkasper überzeugt. Dazu ein Chardonnay vom Egermann, Neusiedlersee. Wie Lea erklärt, 9 Monate ausgebaut im 500-L-Fass und 9 Monate im Stahltank.
Der Hauptgang, Dry Aged Rinderlende, rosa gebraten mit ausgelösten Maiskolben und Paprika. Dazu einen Lagrein, Turmhof, ausgebaut im Kleinen, 225-L-Eichenfass. Das Granatrot und der Duft von Schokolade, der einem beim Anheben des Glases entgegenkommt überzeugte vollends.
Das Dessert, Hollerkiachal, frisch gebacken, eine echt bayrische Köstlichkeit mit Erdbeeren und Salzkaramell. Eine Rarität, bekommt man eigentlich nie. Damit ein Beweis, dass die Küche Speisen frisch zubereitet. Dazu Gelber Muskateller aus der Südsteiermark, Mitzi vom Weingut Gross
Es hat sich einmal mehr bestätigt, der Genussmensch muss auch raus ins Land fahren, er wird herzlich empfangen und verwöhnt mit regionalen, bodenständig zubereiteten Köstlichkeiten, dazu eine Weinauswahl die hoch anerkannt wurde. Niederbayern und der Huberwirt sind dafür bestens präferiert.